Bambustextilien Textilien aus Bambus

Bambus besser als Baumwolle?

Bambus ist in vieler Hinsicht der Baumwolle überlegen. Es ist wesentlich weicher als Baumwolle, dabei duftet es über einen längeren Zeitraum frisch und angenehm, es ist hypoallergen sowie antibakteriell. Dabei kontrolliert es die Temperatur und nimmt Feuchtigkeit rasch auf. Doch worin liegen die Unterschiede zwischen Stoffen, die aus Baumwolle gemacht werden und denen die aus Bambus bestehen. Die wesentlichen Unterschiede liegen in der Aufzucht der Pflanzenarten. Auf den Baumwollplantagen wird für die Herstellung von lediglich einem Kilogramm Baumwolle 10.000 bis 20.000 Liter Wasser aufgewendet. Mit einem Kilogramm Baumwolle kann jedoch gerade einmal eine Jeanshose hergestellt werden. Die künstliche Bewässerung entfällt bei Bambus. Es kommt in der Region, in der es natürlich angebaut wird, ohne eine zusätzliche Bewässerung aus. Dabei hat die Bambuspflanze dennoch eine enorm hohe Wachstumsquote. Bambus kann zudem pestizid- sowie düngefrei angebaut werden. Baumwolle aus dem konventionellen Anbau ist dagegen stark mit Düngemitteln belastet und muss zudem gegen die Einwirkung von Schädlingen chemisch behandelt werden. Das stellt in den Ländern, in denen die Baumwolle wächst, bereits ein wesentliches Problem dar. Doch Bambus hat noch weitere Vorzüge. Einmal geschnittene Bambusrohre treiben weiter aus, sodass Probleme beim weiteren Anbau entfallen. Es reicht vollkommen aus, die Pflanze zu beschneiden.

Bambusstoff ohne Baumwolle?

Doch eines darf indessen nicht unerwähnt bleiben. Bei allen Vorzügen des Bambus kommt der Bambusstoff doch nicht ganz ohne die Zugabe von Baumwolle aus. Aus dem Bambus selber können keine Fasern gesponnen werden. Erst auf dem Weg der Viskoseherstellung werden Fasern erzeugt, die zu Fäden gemacht werden können. Das geschieht einfach dadurch, dass Bestandteile des Bambus zerkleinert werden. Diese müssen chemisch aufbereitet werden, dadurch entsteht die erforderliche Masse, die durch die dünnen Düsen zur Herstellung der Fäden gepresst werden kann. Dann erst entsteht der notwendige dünne Faden. Dieser kann zur Garnverarbeitung genutzt werden. Aus dem Garn werden die unterschiedlichsten Stoffe gemacht. In den häufigsten Fällen wird der dünne Faden auch noch mit Baumwollfäden kombiniert. Dadurch lässt sich das Material leichter verstricken, um ihn zu einem leichten, weichen Stoff zu verarbeiten.

Die Vorteile von Bambus gegenüber Baumwolle

Der Bambus, der zu Stoff verarbeitet wurde, kann bis zu 60 Prozent mehr Feuchtigkeit aufnehmen, als es bei Baumwolltextilien möglich ist. Das wird durch die offene Struktur sowie die Hohlfasern erreicht, die der Bambus besitzt. Kleidungsstücke, die aus diesem Rohstoff hergestellt werden, können dadurch die Flüssigkeit des Körpers besser absorbieren. Im Sommer können daher Kleidungsstücke aus Bambus wie T-Shirts, Boxershorts oder Socken nicht auf der Haut kleben. Das gilt vor allem an besonders heißen Tagen. Doch auch im Winter zeigt Bekleidung aus Bambus seine Vorzüge, indem es wie eine zweite Haut für Wärmewirkung sorgt. Dabei ist die Wäsche wesentliche wärmer als diese aus Baumwollen.